Avec le temps (1970)

Die große Tradition der ‘Poesie chantée’ reicht bis ins Mittelalter zurück und ist eine ganz besondere und sehr französische Angelegenheit.

‘AVEC LE TEMPS’ ist ein gesungenes Gedicht von dem revolutionären Chansonsänger Léo Ferré  (1916-1993) aus 1970.

Anarchist Ferré begann seine Laufbahn als Sprecher, Geräusch Techniker und Pianist bei Radio Monte Carlo. Entdeckt wurde er von Prinz Rainer von Monaco.  Das finde ich kontradiktorisch.  Er war links gebrauchte aber gerne das Netzwerk von Monaco.

Auf Anraten Edith Piafs ging er in 1946 nach Paris.  Ferré sang auf Solidaritätskundgebungen, bei Arbeiterstreiks und für aufständische Studenten.  Sein Chanson ‘Mon général’ wurde während des  Algerienkriegs in 1962 zensiert.  

Der Rebell Léo Ferré hob den französischen Chanson in den Rang der Kunst, brach mit allen Klischees und Konventionen.

Ferré, den viele für den französischen Poeten des 20. Jahrhunderts halten, hat ein umfassendes Werk hinterlassen. Es umfasst Kompositionen und Aufführungen mit dem Mailänder Symphonie Orchester.

Wenige wissen, dass es ein Trauer-Lied für seinen gestorbenen Affe ‘Pépé’ ist.  Ferré wohnte komplett isoliert mit seiner Frau und Tochter in einem Schloss.  Er verlangte von seiner Tochter, dass die den Affen wie einen Bruder sieht.  Das kind war dadurch komplett traumarisiert, weil der Affe manchmal aggressiv und eifersüchtig war.  Als der Affe starb ist Léo Ferré nach Italien verschwunden und wollte seine Frau und Tochter nicht mehr wiedersehen.